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Rezensionen aktueller Rollenspiel-Fanzines. Einige Rezensionen wurden auf Basis einer Kooperation mit dem Rezi-Fanzine SPHINX von dort übernommen.

Metadaten[]

Autor*in Irmgard Falk, Janny Timm, Lars Braune, Roland Röpnack, Stefano Monachesi
Illustrator*in
Ausgabe Störtebekers Logbuch Nr. 15
Seiten 56-60
Format Zweispaltig

Quelltext[]

Seemannsgarn[]

Fanzine-Rezensionen

Isengarts Palantir #4[]

60 Seiten DIN A5; DM 5
(diese Kontaktdaten wurden nicht mit übertragen)

(Dieser Beitrag unterliegt noch keiner freien Lizenz.)

Stefano Monachesi (aus der SPHINX)

Traumzeit #1[]

52 Seiten DIN A4; DM 6
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(Dieser Beitrag unterliegt noch keiner freien Lizenz.)

Lars Braune (aus der SPHINX)

Falke #17[]

DIN A5; DM 4
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Mein erster Falke ist der letzte Falke! Als Abschiedsausgabe enthält dieser Falke naturgemäß einiges an Rückblick und Reflektion, beispielsweise die Chronik der Entstehung der Nummern 1-16. Auszüge aus Veröffentlichungen zu Definition und Aufgabe von Fanzines rundet diesen Themenbereich ab. Einige wehmütige Abschiedsworte fügen sich sehr gut in die Erscheinung einer letzten Ausgabe, dagegen finde ich den ausgeprägten Egoanteil mancher Beiträge sehr irritierend. Die Sprüche der Dokumentation einer Spielrunde sind in der aktuellen Situation sicher komisch gewesen, aber außerhalb des Zusammenhangs sind sie nur noch fader Aufguß. Die Conberichte enthalten einiges an Information, aber das wer-traf-wen-mit-welcher-Pizza bei-welcher-Musik-ohne-Eintrittsgeld ist leider nur für Beteiligte spannend nachzulesen. Ähnliches gilt für die Online-Dialogrezi des Argentinum Astrum #3. Einerseits finde ich diese Form der Rezension sehr spannend, sie als Chat durchzuführen gibt ihr einen zusätzlichen Reiz, andererseits ist das ganze Palaver zwischen den Kommentaren zur Sache ziemlich ermüdend.

Für eine schöne Idee halte ich den Rollenspiel-Szene-Guide Bärlin in der Mitte des Heftes. Er liefert die Adressen von Läden, Treffpunkte und Fanzines in Verbindung mit einem entsprechend markierten S- und U-Bahn-Plan zur Orientierung. Dagegen verlockt der Psychotest noch nicht einmal „nur so zum Spaß” herauszufinden welcher „Rollenspielertyp” ich denn wohl sein könnte. Dann lieber das Abenteuer Der Nebeltopf kocht ausprobieren, das die Spielergruppe in eine ziemlich prekäre Lage zwischen die Fronten eines menschlichen Fischerdorfes, eines Meeresvolkes und eines geisterhaften Reiterheeres geraten läßt - und das alles im Nebel.

Der literarische Anteil dieses Heftes bietet drei Kurzgeschichten und ein Gedicht, die unterhalten, aber nicht überraschen. Unter anderem ist dabei eine Kurzgeschichte von Christel Scheja, die routiniert das Thema Die Sünden der Väter werden an den Söhnen gerächt, mit einer Strafe grausamer als der Tod abhandelt. Eine andere Geschichte, Falkensommer, scheint nicht nur gekürzt, sondern geschlachtet worden zu sein, sonst würde ein Absatz nicht mitten im Satz beginnen. In Kombination mit den nur bedingt passenden Bildern und dem sehr -hm- experimentellen Layout dieser Seiten behindert das jeden möglichen Lesespaß.

Beim ersten Durchblättern fand ich den Falken spontan sehr unübersichtlich, chaotisch, obwohl die einzelnen Beiträge in sich meist ausgewogen gestaltet sind, was die Auswahl der Bilder, der Schrift und der Seitenformatierung betrifft. Aber gerade wenn die Ressourcen (Technik, Zeit, Know-How) nicht ausreichen ist weniger mehr!

Doch dieser Falke hat mich neugierig gemacht und wird nicht der letzte sein, den ich gelesen habe, es wird zwar keine #18 geben, aber da sind ja noch #16 bis #1.

Urmel

Hero Of The Day[]

DIN A5; DM 4
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Hero Of The Day ist ein Zin' aus Berlin. Der Herausgeber ist alleiniger Mitarbeiter und erlebt sogar noch mal echt was in der S-Bahn. Zudem macht er mit seinen düsteren Gedanken die letzten Seiten voll. Die Auflage des HOTD ist nach eigenen Angaben gering, aber das entspricht ja aufs Komma genau der Anzahl der Solo-Abenteuer-Spieler, an die sich Antons Heft richtet. Ich spiele diese Dinger ja nicht so gerne, aber nach ausgiebigem Querlesen habe ich einen guten Eindruck von dem Szenario. Dies gilt als Empfehlung. Der kreative Höhepunkt an Output an dem sich die mit Gimmicks experimentierende Zinemacherzunft mal messen sollte, ist die Umsetzung eines Spiels aus einer Romanvorlage in ein real existierendes Brettspiel. Kaissa erinnert entfernt an Schach und entstammt den Gor-Romanen. Die kenne ich nun auch nicht, aber den Leuten, die ich davon habe erzählen hören würde ich auch eher eine Solo-Abenteuer-Karriere empfehlen. Der Hero Of The Day Nr. 1 wird seinem Anspruch voll gerecht, und obwohl er die Dicke des Logbuchs erreicht, begnügt er sich mit einer nur fünfzeiligen Inhaltsangabe. Das muß man einfach gesehen haben. Schwachpunkt ist, daß man für Kaissa anscheinend einen Mitspieler braucht.

Janny

Asthoreth #7[]

52 Seiten A4; DM 4
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Der gemeinsame Nenner der Asthoreth, der die angebotenen Abenteuer "Die Kristallblume" und "Ylalia & Bertram" beschreibt ist: Beide sind thematisch der Fantasy zuzuordnen. Doch während sich Ersteres an die klassischen Mittel des bedrohten Provinznestes und der Gesinnungsprüfungen hält, spielt das Zweite humorvoll mit Stereotypen des Genres. Jedes ist für sich wohl doch etwas konventionell, beide zusammen in einem Heft wirken jedoch auf sinnige Art ergänzend.

Der Szenario-Vorschlag für Paranoia ist so originell wie die meisten Abenteuer für dieses System. Warum dies allerdings so bescheiden als Vorschlag bezeichnet wird, ist mir nicht klar. Für Paranoia ist es eigentlich ziemlich ausgefuxt.

Die obligate Photostory ist wohl das erste, was ich mit der Asthoreth in Verbindung bringe. Von Heft zu Heft werden die Stories komplexer. Diesmal geht es um die "gemeinen Fälle des MfS", und der Tod lauert in der Waschmaschine.

"Die Farben der Stadt", die Kurzgeschichte in dieser Asthoreth, gibt sich mit dem Minimalanspruch anderer Fanzines zum Thema KG nicht zufrieden: Sie ist stringent und leserfreundlich geschrieben.

Abschließend läßt sich nur noch sagen, daß der Stil der Zeichnungen in der Asthoreth überdurchschnittlich gut ist und der Qualität der Coverillustration in nichts nachsteht.

Janny

Dausend Dode Drolle # 11[]

52 A4 Seiten, DM 6,80
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Das witzige Farb-Titelbild verspricht ein amüsantes Heft aus der Midgard-Gemeinde: *Dämonenglücksrad - zum Kreischen komisches satirisches Szenario! SAT1 geht zum Teufel. * Midgard-Regelerweiterungen "Kräuterkunde" und "Zaubern ohne AP" scheinen brauchbar, letztere geht das Problem der Balance zwischen Realismus der Regeln und Dramaturgie des Abenteuers an. * Abenteuer "Das Geheimnis der Staubvögel": so stimmungsvoll, daß mir erst gar nicht auffiel, daß das ja "nur" ein Dungeon ist... SO soll mann's machen, AD&D-Freunde! * "Mystische Völker" diesmal mit Baumseelen, einer Art Naturgeister. * auch "Das moravische Städtchen Parinov" wird fortgesetzt mit drei der wichtig-sten Einwohner. * "Artefaktenschmiede", eine weitere Serie mit neuen Artefakten. Diese aber sind durchaus originell! * Und dann gibts noch Bücherrezis.

-> Nicht nur was für Midgardler, dieses Heft! Allein dieses urkomische "Dämonenglücksrad" schreit in großen Lettern "Kauft mich!"

Roland Röpnack

Argentinum Astrum #4[]

DIN A5, DM 3,50
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"Kurzgeschichten und mehr" wird auf dem DIN A5-Titel versprochen. Design: Zine-Standard. Klammerheftung, S/W Titelbild auf farbigem Papier. Langt mir völlig - dafür schließlich billiger: 2.- DM + Porto! Und ein Zine muß nicht aussehen wie ein Profi-Magazin.

Drinnen: * Ein Interview mit Jannie Steinkes - Wer is'n das? Für Nicht-Insider (und das bin ich) wären ein paar klärende Worte nützlich... * "Schwertmeister (made) in Switzerland": Erlebnisbericht über die Tücke, einen Film zu drehen... unterhaltsam. Kann man den Film bestellen? * "Flirt", sehr einfühlsame Kurzgeschichte. Wer sagt, daß nur Fantasy und SF in ein Zine dürfen? Das hier ist ganz einfach eine kleine Novelle! * "Turnier in den Drachensteinen": Erlebnisbericht von des Autors erstem Liverollenspiel, einem DSA-Con mit 150 Teilnehmern. Bietet gute Eindrücke für jeden, der es vielleicht auch mal versuchen möchte. * "Ein Glas Wein unter Freunden" mag vielleicht etwas langatmig sein, aber gefällt mir trotzdem: Horror kommt auch ohne Monster aus, alles was man braucht, ist ein Grund zum Grübeln! * "Kummerpfad" - Die Pointe hab' ich nicht ganz verstanden. Seit wann schießen Liverollenspieler scharf? Oder ist es eine "Tor zur anderen Welt"-Geschichte? * "Schöne Heile Welt" rechnet mit dem Fest der Liebe ab. Und das nicht ohne Witz. * Leserbriefe und Zine-Rezis runden das Heft ab. -> Nette kleine Schmökerlektüre, dieses Heft.

Roland Röpnack

Der Menhir #7[]

52 A4 Seiten, DM 6
(diese Kontaktdaten wurden nicht mit übertragen)

Der durchsichtige Kunststoff-Deckel ist ziemlich ungewöhnlich für 'ne Zeitschrift, stört aber nicht im geringsten. Stimmungsvolles Titelbild in gekonnter Buntstiftausführung. Zum Thema "Wölfe" ist einiges dabei: *Kurzgeschichten, mir persönlich zu esoterisch *Biologische und mythologische Hintergrundinformationen zum Wolf, Material, das aus einem typischen "Zufallsbegegnungs-Monster" ein interessantes Intermezzo in der Wildnis machen kann - nicht zuletzt endlich mal Atmosphäre für den Waldläufer, die über das typische Spurenlesen und Anschleichen hinausgeht! Und eine moderne Nacherzählung des Fenriswolf-Mythos. * Musik, insbesondere die eigenwillige "Filk"-Szene, findet mit Rezensionen und einem Erlebnisbericht ihren Platz im Menhir. Erfreulich. Zur Untermalung eines Abenteuers dagegen gefällt mir der Gedanke, auch "ambiente-ferne" Musik zu verwenden. Wie wäre es mit Hardcore für das große Gemetzel? Klezmer für das Dorffest? Anregung, den Themenbereich "Musik" noch auszuweiten! * Die Serie über den "fernen Osten" Thaichian wird mit einer stimmungsvollen Location fortgesetzt. * Abenteuer: "Der Räuber von Steilfels": Aus einer Räuber-Episode wird ein Geisterspuk... Erfreulicherweise kein Vampir. Die sind ja schwer in Mode zur Zeit. * Zine-Rezis, Dumme Sprüche aus Rollenspielrunden, solche Sachen machen ein Fanzine erst lebendig und finden selbstverständlich auch hier ihren Platz.

-> Sehr viel gutes Material, leider alles etwas kurz für meinen Geschmack, dafür eben wirklich viel! Und dazu noch gut verpackt.

Roland Röpnack

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