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Gordian Kaulbarsch berichtet Neuigkeiten von der Messe Spiel 96. Die Überschrift ist hierbei fehlerhaft, während sie im Inhaltsverzeichnis richtig ist.

Metadaten[]

Autor*in Gordian Kaulbarsch
Illustrator*in
Ausgabe Störtebekers Logbuch Nr. 13
Seiten 10-11
Format Zweispaltig

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SPIEL 97, MEssen[]

Auch in diesem Jahr fand wieder die Spiel in Essen statt. Das Logbuch war hier endlich mal wieder zur Kontaktknüpfung vor Ort. Im Gegensatz zu anderen Messen, bietet die Spiel viel Platz zum Ausprobieren neuer (oder auch ältere Spiele). Während in den letzten Jahren es die ersten beiden Tage noch recht ruhig anging und die beiden folgenden Wochenendtage die Massen in die Hallen strömten, hat das diesjährige Zusammenfallen mit dem letzten Wochenende der nordrhein-westfälischen Herbstferien zu einer gleichmäßigeren Verteilung über die vier Tage geführt (sehr geschickt). Dadurch kam gerade am Wochenende der Eindruck auf, es wären dieses Jahr weniger Leute gekommen. Darf man der Messeleitung glauben (was spräche dagegen?), haben sich aber alle statistischen Zahlen weiter erhöht. In aller Kürze die Zahlen: Rund 130.000 Besucher belästigten 437 Aussteller (aus 17 Ländern) auf 28.000 qm. Der Mathematiker findet schnell heraus, daß jedem Besucher nur knapp ein Viertel Quadratmeter zum stehen blieb und das jeder Aussteller (natürlich rein durchschnittlich) von mindestens 300 Besuchern belästigt wurde. Angenehm, weil übersichtlicher, war das neue Konzept, daß dieses Jahr alle Hallen sich im Erdgeschoß befanden. Ob das nun wirklich geplant war oder vielmehr an Umbaumaßnahmen im Messegelände lag, sei mal dahingestellt.

Nach einer Stunde konnte man sich einen Überblick über die grobe Verteilung machen, was den DM 12,- teuren Katalog für den 'Normalbesucher' recht unnötig machte. Ein preiswerterer grober Übersichtsplan hätte trotzdem nicht geschadet. Zwei große Hallen waren für allgemeine (insbesondere Brett)-Spiele vorgesehen - obwohl sich hier auch Welt der Spiele / T$R und Queen Games befanden; eine kleinere Halle galt ebenso den Brettspielen - hier war zudem eine Spiele-Autoren-Ecke eingerichtet worden; dafür war die Lüftung aber offenbar entfernt. Eine kleine Durchgangshalle war für den Spiele-Flohmarkt reserviert, eine große für Kinder und ganz hinten fanden sich die Fantasy-Spiele. Neben Schmidt, Feder & Schwert, FanPro und Pegasus waren hier Stände von Läden und auch gerade von Vereinen und Initiativen zu finden, darunter natürlich die GFR und auch der Hort der Phantasie aus dem Ruhrgebiet. Lustig war hier aber auch noch zum Beispiel der ADRV, der allgemeine deutsche Rollenspielverein, der seinen Mitgliedern so innovative Sachen anbietet, wie monatlicher Bezug eines Vereinsheftes, Tauschbörse, Einladungen zu Veranstaltungen, Beantwortung von Fragen aller Art, Einkaufsvorteile bzw. Rabatte bei Veranstaltungen und Firmen - ich weiß nicht, wo die Leute, die diesen Verein aufgezogen haben, die letzten Jahre waren... Lustig war auch der Magic-Fan-Zoo in der hinteren Ecke der Halle: Rund 50 Magic-Fans saßen in zwei langen Reihen für interessierte Wissenschaftler zur Beobachtung. Gitter waren keine notwendig (handzahm - streicheln und füttern verboten)...

An wirklichen Neuigkeiten auf dem Rollenspielsektor (nicht das soundsovielte Modul oder das Quellenbuch meiner Darmflora) ließ sich nur wenig Interessantes finden. Welt der Spiele, die ihre Verlegertätigkeit an Unterverlage wie "Cutting Edge" und "Röbchen Hood" übergeben hat, konnte mit der Satire "Machoweiber mit großen Kanonen" (Vorsicht: Satire!) aufwarten, während das von Cutting Edge verlegte "Cthulhu" noch nicht fertig war (hier bleibt abzuwarten, ob es wegen des Unterverlags-Einrichtung nicht Lizenz-Probleme geben wird, da schon Queen Games mit einer Lizenz-Weitergabe auf die Nase geflogen sind - Queen Games würde sich das wohl kaum bieten lassen und könnte durch ein einstweilige Verfügung die Veröffentlichung weiter verzögern).

Feder und Schwert konnte wohl mit dem größten Sortiment an Neuerscheinungen aufwarten: neben vielen Quellenbüchern zur World of Darkness (darunter auch Frankfurt), boten sie den fünften Teil der World of Darkness (Changeling) nun auch auf deutsch feil: "Wechselbalg: Der Traum"; zudem wurde endlich die schon für letztes Jahr angekündigte deutsche Eigenentwicklung des Rollenspiels "Nephilim" vorgestellt.

Das Rollenspiel "The Babylon Project" zur Serie "Babylon 5" von Chameleon Electic wurde zwar schon angekündigt, erscheint leider erst frühestens im Jannuar 1997. Es könnte interessant werden, da die sehr kritische Babylon-Crew (oder genauer Produzent J. Michael Straczynski) Chameleon Electic unter vielen Mitbewerbern (darunter auch WestEnd Games) erwählt hat, da es der interessanteste Vorschlag war. Zu "Machoweiber" und zu "Wechselbalg" wird es in den nächsten Logbuchausgaben wohl genaue Rezensionen geben. Für "The Babylon Project" wird es im Logbuch wohl keine Rezension aus dem Grund geben, da Chameleon Electic keine Vertriebs- und Werberechte für Europa hat.

Im Brettspielbereich gab es natürlich auch wieder eine Menge. Um dem Mainstream zu frönen, hat sich die Logbuch-Redaktion "El Grande" (das Spiel des Jahres 96) angeguckt und in diesem Logbuch umrissen.

Gordian

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