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Roland Röpnack stellt auf Basis seiner praktischen Erfahrungen dar, wie sich ein Zelt-LARP auch mit simplen Mitteln gut überstehen lässt.

Metadaten[]

Autor*in Roland Röpnack
Illustrator*in Roland Röpnack: Lendenschurz, Wickel-BH, Barett, Regenumhang, Einteiler
Ausgabe Störtebekers Logbuch Nr. 9
Seiten 24,26-33
Format Zweispaltig

Quelltext[]

Der Weg ein Liverollenspiel im Zeltlager zu überstehen[]

Teil I

Wer CALGALOS '93 oder eines der vielen anderen Liverollenspiele mitgemacht hat, weiß, wovon ich rede: Vom himmelweiten Unterschied zwischen dem kernigen Barbaren auf dem Charakterblatt und der Gänsehaut samt klappernden Zähnen morgens um vier, wenn die Nachtkälte den allzu kurzen Schlaf beendet; oder vom Unterschied zwischen drei Tagen Nieselregen, vom Master grau in grau beschrieben, und dem ekelerregenden Gefühl, wenn die Triefnässe langsam vom Kargen aus den Rücken hinunterläuft und sich langsam in Mark und Bein einnistet; vom Gefühl, daß alle Knochen im Leib neusortiert werden müssen, nachdem man des Nachts einen kleinen, kaum merklichen Stein im Rücken liegen hatte, während der bejahrte Magier, den man sonst in der Midgardrunde spielt, trotz Rheuma und Altersgicht wie selbstverständlich im Freien am Lagerfeuer nächtigt...

Kurz, vom Unglück, ein Liverollenspiel nicht in einem Haus mitzumachen!

Einmal und nie wieder, das habe ich von mehr als einem Teilnehmer gehört, als CALGALOS vorbei war. Dabei kann man sich wappnen gegen die Unbill des Lagerlebens und des Wetters, und das fast ohne Aufpreis, noch dazu im Fantasydesign! Als lagererprobter und wettererfahrener Pfadfinder möchte ich daher die Schatzkiste meiner (zum Teil schmerzhaft erworbenen) Kenntnisse mit allen teilen, die noch nicht völlig abgeschreckt sind. Denn es ist gar nicht so schwer, sich das Leben in der "rauhen Wildnis" bequem zu machen. Die vielbeschworene "Schule des Grenzlandes", von der Wildwestautoren immer wieder schwafeln, ist eigentlich recht simpel. Mit kleinen Tricks und einigen Grundregeln richtet sich der kundige "alte Hase" im Zeltlager und auf Wanderpfad so gemütlich ein wie im teuersten Wohnwagen. Und ob er nun mit Ausrüstung von Globetrottel und aus der Camping-Abteilung von Kalkstatt die billigsten Campingplätze seines Reiseführers ansteuert, oder ob er mit einer alten Militärzeltbahn, Beil und sonst nur dem Nötigsten bestückt durch Lappland wandert, ist nur eine Frage der Erfahrung und des Anspruches. Die Grundregeln bleiben dieselben.

Problem Nr. 1:

Die angemessene Kleidung[]

Da Du im Zelt und auf dem Lagerplatz wohnst, muß Deine Kleidung Dich vor den Einflüssen des Wetters schützen, und dabei mußt Du Dich auf alle Überraschungen gefaßt machen! Selbst im Hochsommer können die Nächte sehr kalt werden (gelle, Jens?) und mit Regen muß man überhaupt immer rechnen. Also beachte den alten Pfadfinderspruch: Be prepared!

Viele Kostüme für LRP lassen außer Acht, daß sie trotz allen dem Körper etwas Wärme geben sollen, auch wenn mal etwas Wind pustet. Darum achte darauf, daß Deine Verkleidung nicht aus zu leichtem Stoff besteht. Wenn Du eine dünne Bluse trägst, solltest Du eine Weste (z.B. aus Leder oder im Schafsfell-Look) darüber tragen. Ein anderer Weg ist, unter dem Kostüm ein Sweatshirt oder lange Unterhosen anzuziehen. Ausziehen kann man beides immer noch... In diesem Fall mußt Du aufpassen, daß Du schon beim Anfertigen der Verkleidung weit genug arbeitest.

Wenn Du bei Hitze schwitzt, mußt Du durchgeschwitzte Kleidungsstücke unbedingt ablegen! Wenn ein leichter Wind aufkommt oder die Sonne sich hinter Wolken versteckt, kannst Du in Nullkommanichts mitten im heißesten August eine heftigste Erkältung kassieren. Noch besser ist es, sich auf Hitze vorzubereiten und ein leichtes Hemd, eine leichte Hose oder ei-nen leichten Rock und vielleicht einen schattenspendenden Hut einzupacken. Na-türlich zum Kostüm passend. Auf CALGALOS habe ich übrigens festgestellt, daß mein Kilt aus Ziegenfell sowohl bei Hitze als auch bei Kühle sehr angenehm war. Ansonsten bietet sich dem Barbaren bei großer Hitze die Gelegenheit, Fleisch und (nicht vorhandene) Muskeln der staunenden Weiblichkeit zu präsentieren. Sonnenschutzmittel dabei nicht vergessen! Überhaupt solltest auf jeden Fall ein Sonnenschutzmittel mitnehmen. Ein Sonnenbrand kommt schnell, vor allem im Nacken, im Gesicht und auf den Unterarmen, die trotz langer Kleidung häufiger den Sonnenstrahlen ausgesetzt sind.

Für alle Fälle packe ein: Einen Badeanzug bzw. eine Badehose. Nicht alle trauen sich, dem mittelalterlichen Vorbild getreu unbekleidet ins Wasser zu steigen. Störe Dich nicht daran, daß die Bademode in ihrer Farbgebung nicht gerade dem Fantasystil entspricht. Es ist von niemandem zu verlangen, sein Schamgefühl zu vergessen, nur weil Neon bei Badeanzügen so beliebt ist. Wer kühn genug ist: der Lendenschurz kann mit einer Schnur und einem langen rechteckigen Stück Stoff einfach gefertigt werden. Allerdings teste den Stoff einmal in der Badewanne auf seine Blickdichte in nassem Zustand.

Für die mutige Frau habe ich anhand von ethnologischen Vorbildern eine Art Wikkel-BH entworfen. Allerdings habe ich aus naheliegenden Gründen nicht testen können, wie er sitzt, und ich weiß nicht, ob er seinen Sitz behält, wenn Du aus dem Wasser kommst und der Stoff mit Wasser vollgezogen ist. Dasselbe gilt für den Einteiler aus einem großen Rechtecktuch. Vielleicht kannst Du, tapfere Kriegerin oder holde Nymphe mit Mut zum Experiment, in der Badewanne einen Versuch wagen und mir das Ergebnis mitteilen?

Besonders abends kann es sehr kalt werden, auch und gerade am Lagerfeuer, das zwar von vorne wärmt, aber von hinten nichts gegen die Kälte und aufsteigende Feuchtigkeit ausrichten kann. Außerdem bewegt man sich am Lagerfeuer nicht. Dann wird es Zeit entweder einen Wollpullover in Naturfarben anzuziehen oder, eleganter, sich eine Pferdedecke bzw. eine sonstige naturfarbene Wolldecke mit stilistisch passendem Muster umzuwickeln. Auch der Mantel, von dem auch noch die Rede sein wird, kann entsprechend dick und warm sein. Im Übrigen solltest Du im Allgemeinen und abends am Feuer im Besonderen darauf achten, nicht auf dem nackten Boden zu sitzen. Mindestens eine dicke Decke, mehrfach gefaltet, solltest Du unterlegen; noch besser Dich z.B. auf einen Holzklotz setzen. Die "waldläufergerechte", aber sehr viel Übung erfordernde Methode ist, sich auf die Fersen zu hocken. Da ein Ungeübter schon bald ziemliche Muskelschmerzen bekommt, rate ich davon ab. Suche Dir lieber beizeiten eine Sitzgelegenheit, oder baue Dir eine einfache Bank. Falls diese anfallen, so bei CALGALOS, bieten auch leere Bierfässer eine gute Möglichkeit zum sitzen.

Eine Mütze erweist sich spätestens am Lagerfeuer und auf Nachtwache als angenehm. Man kann z.B. eine Wollmütze mit und ohne Quaste bzw. Pudel tragen oder ein Barett aus dem Army-Shop (gibt es in verschiedenen Farben), verziert mit einer Brosche oder Feder oder ein selbstgenähtes achteckiges Barett im Wandervogelstil, das sich sogar so ausfüttern läßt wie die großen Barette auf den alten Kaufmannsportraits. Das Barett war nämlich einst die wichtigste Kopfbedeckung Europas, und der gängigste Schnitt war eben dieser achteckige, wie bei den Landsknechten, nur größer als das Barett der "Bündischen" von heute. Andere Vorschläge: ein Schal oder ein Tuch um den Kopf gewickelt; eine Zipfelmütze, nicht nur für Zwerge, sondern auch häufiger Bestandteil alter Trachten; oder eine Kapuze wie weiter unten beschrieben. Die Be-schreibungen und Schnittvorlagen befinden sich am Ende des Artikels.

Das Schuhwerk muß einiges aushalten können. Wenn Du für ein Frauenkostüm hochhackige Schuhe vorgesehen haben solltest, vergiß es! So etwas geht in unwegsamen Geländen einfach nicht gut... Binnen kurzem würdest Du umknicken, ganz abgesehen davon, daß Weglaufen oder Schwertkampf mit Pumps auch nur im Film funktionieren. Stattdessen pfeif' bei den Schuhen auf die Optik. Du mußt immerhin darin herumlaufen und Dich "sportlich betätigen" können. Nimm Lederschuhe und fette sie gut ein, um eindringender Feuchtigkeit vorzubeugen. Und morgens ist das Gras immer feucht. Mit Wanderschuhen liegst Du immer richtig. Cowboystiefel sehen übrigens sehr fantas(Y-)tisch aus und erfüllen ihren Zweck, solange sie nicht aus Wildleder sind. Turnschuhe sind schlecht. Darin schwitzt der Fuß zuviel. Von flachgeschnittenen Slippern halte ich auch nicht sehr viel, da Wasser leicht von oben hineinläuft. Es sei denn, Du willst sie als zweites Paar mitnehmen, denn wenn es trocken und warm ist, solltest Du leichtes Schuhwerk anziehen, um die Füße zu entspannen. Zum Beispiel Sandalen, Mokkassins oder ähnliche, Bundschuhe nach Originalschnitt, Birkenstocklatschen...

Nebenbei sei gesagt, daß es nicht weiter auffällt, wenn Deine Schuhe modern sind. Die meisten Menschen sind viel zu unaufmerksam, als daß sie bewußt Deine Fußbekleidung bemerken würden. Auf die Füße schauen nämlich die wenigsten Menschen.

Und wenn es regnet? Mache Dir auf jeden Fall einen wasserabweisenden Mantel oder Umhang zurecht. Anleitungen für verschiedene Rechteckmäntel sind beigefügt. Nimm schweren, festen Stoff, damit Dir der Mantel auch bei stärkerem Wind und Regen Schutz bietet. Soweit der Mantel nicht mit Kapuze geschnitten ist, brauchst Du auch noch eine Kapuze mit breitem Kragen aus dem selben Material. Dann imprägnierst Du Deine Schutzkleidung mit einem Imprägnierspray aus einem Camping-Geschäft oder einer Drogerie. Wichtig!

Denke nun noch daran, daß Du in einen Bach fallen könntest, oder in einem plötzlichen Sturzregen Deine Klamotten naß werden könnten. Darum nimm einen Satz frischer Unterwäsche, Socken etc. in Reserve mit, dazu einen flauschigen Pulli und einen Trainigsanzug (o.ä.). Diesen solltest Du übrigens nachts in Reichweite haben, falls Du einmal auf Toilette mußt oder eine Wetteränderung Arbeiten am Zelt erforderlich machen.

Zum Abschluß sei gesagt: vieles hält man für überflüssig bis zu dem Moment, in dem man es einmal braucht. Insbesondere mit Klamotten für starke Hitze oder Regen bin ich als "Greenhorn" auch schon tüchtig auf den Bauch (!) gefallen...

Problem Nr.2:

Nützliche Ausrüstungsgegenstände[]

Verpönt im Fantasy-Liverollenspiel ist natürlich die Taschenlampe. Zur Reserve solltest Du trotzdem eine dabei haben, z.B. um vor dem Schlafengehen Kontaktlinsen aus den Augen zu nehmen, die Brille an einem sicheren Ort zu deponieren, Medikamente einnehmen zu können, nachts, wenn Du eilig auf Toilette mußt, den Reißverschluß des Zeltes zu finden, etc. Wenn Du ein kleines Zelt hast, zünde darin auf keinen Fall eine Kerze, Petroleumlampe oder gar ein Feuer an! Wie leicht kippt etwas um, während Du in Deiner Tasche nach irgend etwas wühlst, und schon brennt alles lichterloh... In einem größeren Zelt kannst Du vielleicht eine Petroleumlampe verwenden; nicht hinstellen, sondern unbedingt aufhängen! Warum? Siehe oben. Feuer machen im Zelt!? Nur in dafür konstruierten Pfadfinderzelten! Und nur solche Leute machen das, die Ahnung vom Feuer haben! Damit meine ich ausdrücklich nicht Dich, der oder die Du öfter mal ein Lagerfeuer auf einer wilden Gartenfete anzündest, sondern ich meine Dich, der oder die Du (zum Beispiel bei den Pfadfindern) gelernt hast, ein kleines Feuer anzulegen, das mit wenig Rauch und noch weniger Funken brennt.

Wenn Du in einem Zelt mit Feuer, Petrolampe oder Kerze schläfst, solltest Du immer ein Messer neben Dir griffbereit liegen haben. Denn wenn durch einen dummen Zufall etwas anfängt zu brennen, kannst Du Dich aus Deinem Schlafsack schnell genug nur mit dem Messer befreien. Außerdem kann es durch Panik oder ähnliches passieren, daß das bereits brennende Zelt einstürzt. Dann mußt Du Dich auch noch durch die Zeltbahn schneiden. Ganz abgesehen, daß der Schnitt durch die Zeltwand der schnellste und somit der sicherste Weg ist. Und das Zelt ist sowieso im Eimer... Aber nicht nur dafür ist ein Messer zu gebrauchen. Es gibt immer eine Gelegenheit bei der es praktisch oder nötig ist. Somit ist es unverzichtbar.

Sodann ist Bindfaden äußerst nützlich für viele kleine Zwecke. Dasselbe gilt für ein Seil. Beil und Klappspaten sind zwar auch auf einem Lager unentbehrlich, aber Du solltest davon ausgehen können, daß sich die Spielleitung darum kümmert.

Wichtig, Wichtig! Du solltest eine Extratasche mitnehmen, in der Du alles aufbewahrst, was während des Liverollenspiels nichts zu suchen hat bzw. was Du nachts aufbewahren mußt: Brille, Medikamente, Jeans und T-Shirt für den Tag danach, Autoschlüssel, Binden oder Tampons, Zahnbürste, Uhr,... eben alles, was während des Spiels als "Off-Limit", also als außerhalb des Spielgeschehens gilt, kommt hier hinein. Dann kennzeichne diese Tasche deutlich als Off-Limit, z.B. durch ein darangehängtes Schild. Wer nun während des Spiels sich an dieser Tasche vergreift, bekommt einen Klaps hinter die Löffel!

Manchmal ist es sinnvoll, eine Rolle Klopapier als stille Reserve mitzunehmen. Empfehlenswert: ein Sanikasten, z.B. aus dem Auto. Den muß aber nicht jeder einzelne dabeihaben. Unbedingt mitnehmen solltest Du ein Trinkgefäß, einen Teller bzw. einen Eßnapf, ein Eßbrett, Gabel, Messer und Löffel. Sei dabei vorsichtig mit Plastik und Glas, Porzellan und Steingut. Ich habe schon viele Scherben in Zeltlagern gesehen. Nützlich sind auch Feldflaschen.

Zuguterletzt das Tüpfelchen auf dem I: Nimm ein Mittel zur Vorbeuge gegen Mücken und andere Stechinsekten mit. Wenn irgendwo ein stehendes Gewässer in der Nähe ist, wirst Du mir noch einmal sehr dankbar sein. Mit Vorliebe gehen diese Tierchen am frühen Abend auf Opfersuche. Da solltest Du Dich dann vorbereiten. Und für alle Fälle nimm noch eine Salbe zur Behandlung von Insektenstichen mit. Selbst ganz harmlose Mückenstiche können an der richtigen Stelle ganz schön anschwellen. So ist zum Beispiel schon geschehen, daß ein Auge innerhalb von Minuten zu einem kleinen Schlitz verquoll...

Ich hoffe, ich habe alle wichtige Gegenstände erwähnt. Im zweiten Teil werde ich noch ein paar Tips geben, wie Du ein Liverollenspiel unter freiem Himmel am besten überstehst, was das Zelt und die Übernachtung darin anbelangt.

Roland Röpnack


Lendenschurz: Ein Riemen wird um die Hüfte gebunden. Ein langes Rechtecktuch wird zwischen den Beinen durchgezogen und durch den Riemen hochgezogen. Anschließend wird das Tuch so weit zu den Seiten auseinandergedrückt, daß es ohne viel Falten glatt nach unten fällt.

Lendenschurz.png


Wickel-BH: Ein großer rechteckiger Tuchstreifen wird mit der Mitte um den Nacken gelegt. Die nach vorne herabhängenden Tuchhälften werden sich überkreuzend stramm um die Brüste geschlagen und dann um den Rücken wieder nach vorne gezogen. Die Enden werden unter der Brust verknotet.

Wickel-BH.png


Achteckiges "Käseschachtel"-Barett aus Samt oder Cord: Mit einem Maßband messen wir unseren Kopfumfang aus. Dieser Wert mal 9 geteilt durch 25 ergibt den Durchmesser der Stoffscheibe, die wir ausschneiden müssen. Wie in der Zeichnung abgebildet, konstruieren wir ein Achteck aus zwei Quadraten, um die Ecken festzulegen. An den dicken Linien entlang schneiden wir das Barett aus. Die dick eingezeichneten Keile an den Ecken werden ebenfalls ausgeschnitten. Das gestrichelt gezeichnete innere Achteck ergibt die "Platte" des Baretts. Die "Lappen", die am Rand herabhängen, werden jetzt an den Ecken des Achtecks entlang der keilförmigen Einschnitte zusammengenäht. Zum Schluß nähen wir den Rand um und ziehen eine Kordel durch, mit der wir das Barett auf Kopfgröße strammziehen.

Variationen: Statt aus einem Stück Stoff können wir das Barett auch aus acht Dreiecken fertigen, die (ebenfalls gestrichelt) eingezeichnet sind. Sehr schön wirken zwei sich abwechselnde Farben oder, bei Cordstoff, sich ändernde Richtungen der Rippen. Was besonders beliebt war im Mittelalter: Die ausgeschnittenen Keile werden ersetzt durch Dreiecke aus leuchtendem Samt, die wir in unsere Stoffscheibe einnähen. Nun nähen wir die "Seitenlappen" unseres Baretts nur am äußersten Rand zusammen. Wir müssen nun noch das Loch im Futter vernähen, das dabei entsteht. Das machen wir von innen, so daß außen nichts davon zu sehen ist. Fertig ist ein samtgefüttertes Patrizierbarett!

Barett.png


Einfachster Regenumhang im Schnitt der römischen Legionärsmäntel: Du nimmst eine große Stoffbahn und faltest sie der Länge nach. Wie auf der Zeichnung vernähst Du eine der kurzen Kanten und krempelst dann das Ganze um. Auf diese Weise bekommst Du eine Art Kapuze, die Du auf den Kopf stülpst. Du kannst den herunterfallenden Mantel vor der Brust mit einem Knopf, einer Schließe oder einem Band zusammenbinden. Am schönsten sehen Zierschließen aus dem Trachtenhaus aus, zwei Metallknöpfe, die mit einem Kettchen verbunden sind (gibt es in der Kurzwarenabteilung).

Regenumhang.png

Ein Umhang ohne Kapuze wird am Besten auf der rechten Schulter geschlossen. Bei Regen trägt man dazu eine Kapuze mit weitem Kragen. Diese wird am besten aus einem großen Stück Stoff gefertigt. Der Schnitt ist unten aufgezeichnet. Für verschiedene Zipfel sind unterschiedliche Linien angedeutet. Übrigens wurde im Mittelalter sehr häufig die Zipfelkapuze getragen. Es war zeitweilig sogar Mode, die Zipfel bis auf den Boden reichen zu lassen! Das Narrenkostüm Eulenspiegels ist übrigens gar kein Ausbruch an Torheit, sondern die typische Kleidung eines hochmittelalterlichen Stutzers, mit vielen Fransen, Farben und Glöckchen, kurz Allem, was teuer, aufwendig und überflüssig war. Den Stoff wie angegeben zuschneiden und falten, dann die Rückseite vernähen.


Einteiler aus Rechtecktuch: Die oberen Zipfel werden im Nacken fest zusammengebunden, so daß das Tuch wie ein Lätzchen vor dem Bauch hängt. Dann wird es zwischen den Beinen durchgezogen. Die unteren Zipfel werden um die Hüfte gelegt und vor dem Bauch verknotet.

Einteiler aus Rechtecktuch.png

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