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Ein Blick auf die Störtebekers Erben und ihre Aktivitäten speziell auf Cons. Zudem der Vorschlag den wöchentlichen Treff auch mal für Workshops zu nutzen, wie man sie sonst nur von Cons kennt.

Metadaten[]

Autor*in Lars Redeligx, Jörg Schumacher
Illustrator*in
Ausgabe Störtebekers Logbuch Nr. 2
Seiten 4-7
Format Zweispaltig

Quelltext[]

Club Intern[]

Hallo Seebären,

Der Schwerpunkt des "Club-Intern"-Teils liegt in dieser Ausgabe auf "Cons". Diese Cons (von engl. Convention) sind nichts anderes als die überall stattfindenden Spielertreffen. Jeder von uns kennt wohl das größte Beispiel, das es in Deutschland: Das STARD. Als Clubleistung wurden und werden Fahrten zu auswärtigen Spielertreffen veranstaltet. Die letzte Fahrt führte uns nach Bremen. Nachfolgend ein Erlebnisbericht. Außerdem waren wir natürlich auf dem Hamburger GSG-Treff präsent. Auch davon ein Bericht. Vorausschicken möchte ich jedoch noch ein paar Aufrufe und Hinweise: Betreff der Pinnwand hatte ich in letzter Zeit den Eindruck, das immer die selben Leute einen Blick darauf werfen. Jungs! Die Pinnwand bietet euch die aktuellsten Informationen, die ihr bekommen könnt. Clubfahrten, Turniere etc. werden dort angekündigt. Also schaut mal rauf. Und nun eine wichtige Ankündigung: Im Februar werden wir im FZ Nöldekestr. einen eigenen Con veranstalten. Die Vorbereitungen laufen bereits. Ein paar Leute haben sich zusammengefunden, um die Organsationsarbeit zu übernehmen. Diese Seemänner werden demnächst an euch herantreten und Euch um Mitarbeit bitten. Unterstützt sie, damit der Con ein Erfolg wird.

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Workshop:[]

(Dieser Beitrag unterliegt noch keiner freien Lizenz.)

Jörg Schumacher

Pandaemonium - Con[]

oder: 6. Bremer Fantasy-Spielertreffen

23.09.1990. Sechs abenteuerlustige Kerle aus Störtebekers Truppe haben es sich in den Kopf gesetzt, die weite Reise von Hamburg zum fernen Bremen anzutreten. Eine schangheite Landratte namens Jürgen "Josh" Schmidt, seines Zeichens Herausgeber einer süddtsch. Flaschenpost, hat sich als blinder Passagier an Bord unserer Fregatte "VW Golf Turbo" geschmuggelt und muß, wohl oder übel, mitgenommen werden! Nach einigen schweren Navigationsfehlern durch Steuermann Redeligx in der Wilhelmsburger Hafengegend (Käptn Finn hat die ganze Zeit nichts besseres zu tun, als die Landratte auszufragen) verpasst die "VW Golf Turbo" den ausgemachten Treffpunkt mit ihrem Schwesterschiff, der "VW Jetta". Auf Befehl von Käpt'n Finn macht sich der wilde Haufen trotzdem auf in Richtung Bremen, nur um eine Stunde und 180 Kilometer später neben der "VW Jetta" am Pier des Konsul-Hackfeld-Hauses festzumachen. Käpt'n Höhne und seine Männer, auch soeben eingetroffen, müssen, bei ihrem Vorsprung, zweifellos in eine Flaute geraten sein.

Mit vereinten Kräften soll nun den Weicheiern vom "Pandaemonium Bremen" mal gezeigt werden, wo's lang geht. Diese gierigen Krämer verlangen erst einmal fünf Dublonen für den Eintritt in ihre Festung. Diese Haderlumpen!

Schluß! Mal normal weiter:

Die Leute vom Pandaemonium Bremen hatten wirklich ein schönes Haus für ihr Spielertreffen ausgesucht. Auf zwei Ebenen fand das übliche Con-Programm statt: Turniere, Spielrunden, Miniaturen-Wettbewerb und ein Live-Rollenspiel waren organisiert worden.

Letzteres war laut Marc Höhne ein ziemlicher Reinfall. Einer der Mitspieler erzählte mir später hingegen, daß es ihm viel Spaß gemacht hätte. Was soll's, besonders attraktiv sind Live-Rsps sowieso nur, wenn man mitspielt.

Die Turniere (Abalone, DSA, Dungeon-Bowl) wurden wohl von allen Leuten positiv aufgenommen. Beim Dugeon-Bowl konnten wir dann auch unseren Vorsatz verwirklichen, den Bremern zu zeigen, was eine hamburgische Harke ist. Zusammen mit dem Bremer Karsten Lindner konnte ich, euer geliebter Vorsitzender [Jawoll, der Chefred.], nämlich das Dungeon-Bowl-Turnier gewinnen. Nach hartem Kampf auf einer 5*2 Meter großen Platte, auf der sich unsere Orks gegen fünf gegnerische Manschaften zu verteidigen hatten, konnte uns nichts mehr davon abhalten, in einem Zug zwei Touchdowns in der Endzone der Dunkelelben zu erzielen. Tja, zwei Bälle muß Ork haben! Dem Sieg im Miniaturen-Wettbewerb hätte bei den ausgestellten Modellen wohl auch nichts im Wege gestanden, hätte Jens, unser Miniaturen-Profi, nicht seine, um einiges besseren, Dioramen vergessen. Der Rest des Con-Programms war normaler Durchschnitt und bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Die einzige Ausnahme bildet hier die von Markus Ruhmann (RSP-Club Bremerhaven) geleitete Diskussionsrunde zum Thema "Norddtsch. Rollenspielclubs". Zu diesem Thema hatten sich Vertreter der RSP-Clubs Pandaemonium-Bremen, Bremerhaven, und Störtebekers-Erben eingefunden. Außerdem waren einige Wilhelmshavener Aktivisten und Nils Heeren aus Jever anwesend. In gemütlicher Runde wurde besprochen, wie man untereinander besser zusammen arbeiten könne. Nach schleppendem Beginn, der durch die Erörterung so schwerwiegender Probleme wie die Koordinierung von Werbung und das Beseitigen von Informationsproblemen gekennzeichnet war wurde es bald interessant. Man war sich einig, daß ein norddtsch. Dachverband bürokratischer Schwachsinn sei, war zur Zusammenarbeit aber durchaus bereit. So konnte doch einiges erreicht werden:

In Zukunft wird es eine von Markus Ruhmann zusammengestellte Info-Postille geben, die an alle Clubs geht und die der gegenseitigen Information dienen soll. Con-Termine sollen in Zukunft in gegenseitiger Absprache festgelegt werden. So wird unser Störtebeker-Con in Rücksicht auf die Bremerhavener nicht im Januar, sondern im Februar stattfinden. Soweit es sich anbietet wollen wir in Zukunft gemeinsam mit anderen Clubs zu auswärtigen Clubs fahren. Dies wird sich unter Garantie anbieten, wenn nächstes Jahr wieder der Phan-Con in Ratingen stattfinden wird. Last not least bleibt zu berichten, daß von allen Anwesenden eine gemeinsame Präsentation auf dem STARD 91 angestrebt wurde. Hier, wie auch in allen anderen Gebieten, bleibt einiges zu erwarten... Wenn sich so viele Rollenspieler zusammentuen kann ja nur konstruktives Chaos herauskommen.

So, das wars von unserem kurzen Ausflug nach Bremen. Insgesamt war das 6. Bremer Fantasy-Spielertreffen ein gemütlicher Con in einer familiären Atmosphäre. Wenn man die Intrigen der Fans und Profis im Fantasy-Geschäft in letzter Zeit betrachtet, kann hier eigentlich nur Optimismus aufkommen. Zu erwähnen bleibt, daß wir seit diesem Treff ein Austausch-Abo mit den renommierten Fanzines "Warrior-Express" und "Mystische Welten" haben. Die aktuellen Ausgaben dieser Publikationen können bei Ivo aus der Bibliothek ausgeliehen werden.

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GSG-Con[]

Neben dem bekannten STARD hat sich in Hamburg mittlerweile ein zweiter "professioneller" Con (engl. Convention = Veranstaltung, Treff) etabliert. Genau wie STARD auch, wird dieser Treff von kommerziellen Anbietern von Fantasy-"Hardware" organisiert und ausgerichtet, in diesem Fall vom "Fantasy&Science-Fiction"- und vom "GSG"-Laden (siehe letzte Ausgabe).

Am 13.10 öffneten sich zum wiederholten Male die Tore des Besenbinder-Hofs, um eine spielwillige Meute von Rollenspiel-Freaks in den Bebel-Saal des Hauses zu lassen. Hier fiel auch ein großer Pluspunkt des Treffs sofort ins Auge: Der Eintritt betrug schlappe 3 DM! Bei solchen "Dumping"-Preisen durfte man mit Sicherheit auf das Programm und die erbrachte Leistung gespannt sein... Und das wurde dem Fan geboten:

  • die üblichen ungezählten Spielrunden
  • ein "Störtebekers Erben"-Stand, der über die Vereinsaktivitäten informierte
  • ein "DM 3"-Stand
  • zwei Workshops, die von uns organisiert waren: "Stimmung im Rollenspiel" und "Geschichte und Rollenspiel"
  • ein von "DM 3" aufgeführter Sketch
  • und ein Verkaufsstand von GSG und "Fantasy und Science-Fiction"

In den Spielrunden waren die meisten der ca. 200 anwesenden Fans zu finden. Während der gesammten Con-Dauer von 10-20 Uhr wurde hier von Runequest bis Shadowrun so ziemlich alles gespielt. Ich frage mich übrigens immer wieder, warum einige Leute extra zu einem Con kommen, um dort mit ihrer eigenen Gruppe ein Abenteuer zu spielen. Hey Jungs, das gibt's zuhause umsonst. Nun gut, auch hier wurden neue Bekanntschaften gemacht etc. Interessanter als die üblichen Runden war da schon eine Battletech-Schlacht, die auf einem riesigen Spielfeld von circa 25 begeisterten Mech-Kriegern ausgefochten wurde. Natürlich gehörte dem Organisatoren-Team auch ein Mitglied von "Störtebekers Erben" an.

Der "Störtebekers Erben"-Stand war ein voller Erfolg! Stimmungsvoll mit Fischernetzen, einer Piraten-Flagge und einer Bronze-Laterne durch die Kunze-Brüder geschmückt, konnten am Stand die Dioramen (Miniaturen+Landschaft) von "Künstler" Jens ausgestellt, das Logbuch verkauft und über die Clubarbeit informiert werden. Das Stand-"Personal" Ivo, Dirk, Marc (direkt vom Flughafen aus dem Spanien-Urlaub zurückgekehrt), Michael, Stefan, Tom, Jens und Lars ließ keine Gelegenheit aus lebenslange Mitglied-Verträge etc. an den Mann/Frau zu bringen. Allgemeine Belustigung löste die Anmerkung der Organisatoren aus, daß man beim nächsten Mal über Stand-Gebühren reden müsse, da wir ja "was verkaufen" würden. Bedenkt man den satten Erlös von 50 DM aus Logbüchern und die Tatsache, daß wir als Veranstalter der Hälfte der Programmpunkte trotzdem Eintritt zahlen mußten, so ist verständlich, daß diese Äußerung als zweit-bester Witz des Tages registriert wurde. Eine Steigerung war nur durch Tom Finn möglich: Gerade hatte eine junge "Spielleiterin" ihr Abenteuer beendet und sich am Stand zwecks Information eingefunden. Lange Haare und weibliche Züge ermunterten Tom zu der Äußerung: "Ich hab gesehen wie Du dahinten gemeistert hast. Find ich toll, es gibt ja wenige Mädchen, die Spielleiterin sind.", worauf sich die "Spielleiterin" abwendete und noch ein cooles "Ich bin ein Junge" herausbrachte. Stefan und Michael lagen trommelnd auf dem Boden. Insgesamt gesehen war der Stand ein lustige Angelegenheit und hat mit Sicherheit zu unserer Bekanntheit beigetragen. Wieviele neue Mitglieder er uns noch bringt bleibt abzuwarten.

Die Workshops waren nicht so gut wie auf dem STARD besucht, trotzdem wurden in kleinen Gruppen interessante Meinungen ausgetauscht etc. Leider ist der Bebel-Saal eigentlich für Workshops völlig ungeeignet, weil es keine abgetrennten Räume gibt. Der Lärmpegel der Spielgruppen war deshalb für die Diskussion nicht gerade förderlich.

Am DM 3-Stand wurde das Zine "SWAR1*" (in der Clubbibliothek erhältlich) verkauft und vorgestellt. Wesentlich interessanter war aber der von dieser Gruppe aufgeführte Sketch, der vom Hack&Slay bis zum Streit unter den Spielern alle "Hürden" des Rollenspielens aufs Korn nahm. Der Sketch war sehr gut in Szene gesetzt, wirklich witzig und verdiente den Beifall, den er bekam. Leider ist er zu komplex, um die Handlung hier auszubreiten; für alle, die nicht dabei waren, bleibt zu hoffen, daß DM 3 ihn bei Gelegenheit nochmals aufführt. Bleibt zu erwähnen, daß leider auch die persönliche Abneigung des Sketch-Autors und DM 3-"Denkers" Michael Bock gegen Tom M. Loock (STARD-Veranstalter) und das STARD zum tragen kam, indem er im Sketch "verarscht" wurde, sonst natürlich aber keiner aus dem Profi-Lager. Diese persönlichen Vorurteile (peinlich, daß sie so vorgetragen werden) sind ja auch schon aus dem "SWAR1*" gut bekannt.

FAZIT: Der GSG-Con war aufgrund seines Eintrittspreises ein sehr interessanter Treff. Die Räumlichkeiten waren im Vergleich zum STARD sehr eingeschränkt (was natürlich einen so guten Preis möglich macht) aber für die normalen Spielrunden völlig ausreichend. Deshalb ist der GSG-Con für den Rollenspieler, der auf einem Treff sowieso nur an einer Runde teilnehmen will, die große Alternative zum STARD. Für den "anspruchsvolleren" Fan bleibt es jedoch keine Frage, daß das STARD aufgrund seines riesigen Programms auch in Zukunft das Rollenspieler-Treffen sein wird. Dort gibt es einfach mehr zu erleben, Fans aus ganz Deutschland kennenzulernen und und und. Gewinne machen aufgrund von Abschreibungsmögllchkeiten etc. sicherlich beide kommerziellen Anbieter; es bleibt aber zu hoffen, daß die Preise des STARD sich in Zukunft am Beispiel "GSG-CON" orientieren.

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