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Der Artikel greift verschiedene Theorien, Aussagen und Untersuchungen zum Thema Atlantis wohlwollend auf und führt sie zu einer Grundlage für den nachfolgenden Artikel Die Welt Atlantis zusammen. Dabei bleiben auch zwei alternative Erklärungen nicht unerwähnt.

Metadaten[]

Autor*in Gordian Kaulbarsch
Illustrator*in
Ausgabe Störtebekers Logbuch Nr. 8
Seiten 8-18
Format Zweispaltig

Quelltext[]

Atlantis auf der Spur[]

Spuren in Vergangenheit und Gegenwart

"Atlantis, sagenhafter Inselkontinent im atlantischen Ozean, der durch eine Naturkatastrophe im Meer versunken sein soll.", so oder ähnlich kann man es in einem allgemeinen Lexikon finden. Doch woher kommt die Legende von der goldenen Stadt und dem versunkenen Land, das allen wohl zumindest vom Namen her bekannt sein dürfte?

Der Urheber dieser Legende im europäischen Kulturraum ist in erster Linie der griechische Philosoph Platon gewesen. Er schrieb nämlich vor ca. 2.300 Jahren die beiden Dialoge "Timaios" und "Kritias", die die reichhaltigsten Quellen über Atlantis darstellten. Aus ihnen entstand der legendäre Atlantis-Mythos, welcher über die Jahrhunderte reichlich ausgeschmückt und gewandelt wurde und deshalb auch viele Zweifler fand und oftmals auch ins Sagenhafte verwiesen wurde. Doch bedenke man bei einem solchen Verweis die Troia-Sage: Vor gut einem Jahrhundert galt sie noch als phantastischer Mythos und Heinrich Schliemann als Schwärmer und Tagträumer; letztendlich hat sich durch seine Entdeckungen diese Sage in ihrem Kern bewahrheitet.

Es ist wichtig zu versuchen, schon bei der Ursprungsquelle Tatsachen vom vermeintlich Mythischen zu trennen. Befassen wir uns also zuerst mit den Dialogen Platons, beginnend mit dem "Timaios". Demnach bereiste Solon 590 v. Chr. Ägypten und hat von einem Priester des Neith-Tempels in der Stadt Sais, der ihm Aufzeichnungen im Tempel übersetzte, folgendes erfahren:

"...von Menschen rede [ich], die vor 9.000 Jahren lebten... [und] in ihrem Übermut ganz Europa und (Klein-)Asien mit Krieg überzogen, dem eure Stadt (Athen) schließlich ein Ende bereitete. Diese Großmacht kam vom Atlantik... Vor der Meerenge, die ihr die 'Säulen des Herakles' nennt[1], lag nämlich eine Insel, größer als (Klein-)Asien und Lybien (damit meint Platon den Nordteil des afrikanischen Kontinents wie er im damaligen Weltbild gesehen wurde) zusammen, und über sie gelangte man damals zu anderen Inseln und von diesen auf das gegenüberliegende Festland, das vom echten Meer umschlossen war; denn das Meer diesseits der Säulen des Herakles ist nur eine Bucht mit engem Eingang, jenes andere Meer dagegen wird mit Recht ein Ozean genannt, und das Land an seinen Ufern kann man wahrlich als Kontinent bezeichnen. Auf dieser Insel namens Atlantis gab es ein großes, wunderbares Reich, das über die ganze Insel, sowie viele andere Inseln und Teile des Kontinents herrschte; außerdem unterwarf es Nordafrika bis nach Ägypten und Europa bis nach Thyrrhenien (Italien) hin..."

"Doch später ereigneten sich gewaltige Erdbeben und Flutkatastrophen, und an einem einzigen Tag und in einer Nacht voller Schrecken wurden all eure Krieger von der Erde verschlungen, und ebenfalls verschwand die Insel Atlantis in der Tiefe des Meeres."

Es erscheint eigenartig, daß Athen vor 9.000 Jahren diesem Krieg, den Atlantis führte, ein Ende bereitet haben soll. Die Gründung von Athen muß man sicher ein paar tausend Jahre später ansiedeln; schließlich kamen die Hellenen erst ab 2.500 v. Chr. nach Griechenland. Der Sieg der Athener über die Atlantiden muß demnach eine (damals nicht unübliche) Schmeichelei des Übersetzers aus Sais gegenüber Solon oder Platons gegenüber den Athenern sein, in Wirklichkeit müssen aber andere den Krieg gegen die Insel geführt haben (s. u.). Auf das Ende von Atlantis hatte dieser Krieg jedoch keinen Einfluß; die heldenhafte Verteidigung verkommt gegenüber dem gewaltigen Untergang des atlantischen Reiches zur Nebensächlichkeit.

Problematischer wird der Aufenthalt des atlantidischen Heeres im östlichen Mittelmeer im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe: Kann sie einerseits die Insel Atlantis verschlungen haben und andererseits das ca. 5.000 km entfernte atlantidische Heer im östlichen Mittelmeer, noch dazu mit der Meerenge von Gibraltar als Barriere dazwischen? Ich weiß es nicht. Wäre die Heeresmacht nach erfolgreichen Eroberungen schon wieder auf Atlantis, würde sich dieses Problem jedoch nicht stellen.

Der zweite nur teilweise erhaltene Dialog Kritias geht näher auf den Staat und die Beschaffenheit der Insel Atlantis ein. Hier ein paar interessante Auszüge (stark gekürzt):

"... Er (Poseidon - im Dialog als Begründer der Königsdynastie dargestellt) umgab den Hügel ... mit ringförmigen Wällen, die durch Wassergräben getrennt waren; so entstanden zwei Land- und drei Wassergürtel... [Er ließ] zwei Quellen, eine warme und eine kalte, dort entspringen und aus der Erde Pflanzen aller Art sprießen...

Die Inselbewohner fingen an, überall Tempel, Paläste, Höfe und Schiffsarsenale anzulegen... Für seine fünf Paar Zwillingssöhne... zerlegte [er] Atlantis in zehn Teile, verlieh dem Erstgeborenen... den Wohnsitz seiner Mutter und das umliegende Land... und setzte ihn zum König über die anderen ein; diese machte er ebenfalls zu Fürsten, und verlieh jedem von ihnen die Herrschaft über... ein großes Gebiet... Den Ältesten, den er zum König gemacht hatte, nannte er Atlas[2], und nach diesem hießen die ganze Insel und das Meer. Der Zweitgeborene bekam den äußeren Teil der Insel... sowie das Land, das... heute noch Gades (das heutige Cadiz, an der Westküste Spaniens gelegen) genannt wird... [Sie besaßen] eine Fülle an Reichtümern..., wie sie kein Herrscher vormals besaß und wohl auch keiner nach ihnen besitzen wird...

Die Küsten werden als sehr steil beschrieben, das Land dahinter aber, in dem auch die Stadt lag, war eine von Bergen umschlossene Ebene; dieses sanfte Flachland war von länglicher Form, maß an der längsten Stelle dreitausend Stadien (ca. 540 km) und war zwischen den Küstengebirgen auf Höhe der Inselmitte etwa zweitausend Stadien (ca. 360 km) breit. Nach Süden war die Insel offen, im Norden dagegen geschützt... Viele Generationen hindurch hatten sie den Gesetzen gehorcht und die Götter geehrt... Als jedoch ihr göttliches Erbe (in ihrem Blut) zu schwinden begann und die menschliche Natur Oberhand gewann, da entarteten sie... Als jedoch Zeus ihre Verkommenheit erkannte, beschloß er sie zu strafen... Er berief alle Götter zu sich, und als alle versammelt waren, sprach er:"

Hier bricht der Dialog unvermittelt ab, und bis heute wurde kein Abschluß gefunden, so daß man davon ausgeht, daß er nicht mehr fertiggestellt wurde.

Neben der sich an das Geschriebene haltenden Interpretation (Atlantis im Atlantik) gibt es zwei zusätzliche, nach meiner Ansicht nennenswerte Ausdeutungen, die beide von einem Fehler bei der Übersetzung der Anzahl der Jahre ausgehen: Die erste setzt das minoische Reich gleich mit Atlantis, welches in Wahrheit aus zwei Hauptinseln bestanden hätte, dem ägäischen Thera (Santorin), die 'Hauptstadt' des Reiches, und Kreta, das 'Königsgut' oder die 'Kornkammer'. Der Untergang von Atlantis wäre gerade der des minoischen Reiches im 15. vorchristlichen Jahrhundert durch den gigantischen Vulkanausbruch auf Thera. Alle Zahlenangaben, die Tausend enthalten, müßte man wegen der falschen Übersetzung durch zehn teilen: Die Heeresstärke, die Inselgröße und das Alter (statt 9.000 Jahre nur noch 900 Jahre vor dem Jahre 590 v. Chr. ergibt gerade 1490 v. Chr.). Die Säulen des Herakles seien die Einfahrt zur Ägäis (s. Anm. 1). Die Vergleichsgrößen Lybien und Kleinasien finden aber keine Erklärung, auch nicht Gades und das vom echten Meer umschlossene gegenüberliegende Festland.

Die zweite Theorie ist keine zwei Jahr alt. Sie legt den Übersetzungsfehler im Gebrauch des Wortes 'Jahr' fest. Die Ägypter hätten lange Zeit in 'Mondjahren' gerechnet, von denen ca. 12,4 erst ein 'Sonnenjahr' ergeben. Rechnet man nun zurück, kommt man auf das Jahr 1207 v.Chr., in etwa die Zeit in der Troia unterging (genauer: Troia VI). Atlantis sei also in Wirklichkeit das Troia Homers gewesen. Der Name 'Atlantis' ist zu deuten als 'Tochter des Atlas', denn Atlas wird in den Mythen auch als Ahnvater Troias erwähnt. Die Bezeichnung 'Insel' sei bei den Ägyptern für alles Ausland verwendet worden. Die Dardanellen wären die Säulen des Herakles gewesen. Bei Troia sollen sich auch entsprechende Kanalsysteme befunden haben; Grabungen stehen noch aus.

Aber nicht nur Platon hinterließ Hinweise vom versunkenen Inselkontinent, sondern auch andere Quellen aus ferner Vergangenheit berichten, wenn auch meist erst nach Platon, von einer Insel im Atlantik oder zumindest von einer ungeheuren alles verschlingenden Flutkatastrophe.

Einige Flutberichte beziehen sich nach heutigen Erkenntnissen auf lokal begrenzte Ereignisse, wie zum Beispiel der des sumerischen Gilgamisch-Epos, der uns noch heute in der Sintflutlegende begegnet, die sich auf eine Flut im Zweistromland vor 6.000 Jahren beziehen oder die Hinweise im Kritias-Dialog selbst, die Griechen erinnerten sich "... ja nur an eine einzige Flutkatastrophe, und doch gab es vorher schon viele andere." oder "... Da nun in den 9.000 Jahren, die seit jener Zeit verstrichen sind, viele gewaltige Überschwemmungen stattgefunden haben...", welche sich eventuell auf den Untergang der Insel Thera beziehen.

Andere Berichte hingegen weisen eindeutig auf eine Insel im Atlantik und deren Untergang hin. Zum Beispiel berichtet Krantor (330 - 275 v. Chr.) über von ihm gelesene ägyptische Papyrusrollen, die die Geschichte von Atlantis enthielten. Marcelinus (330 - 395 n. Chr), ein römischer Historiker schreibt über die Gelehrten des Bildungszentrums Alexandrias seiner Zeit, die den Untergang von Atlantis allesamt für eine historische Tatsache gehalten hätten. Proklos (410 - 485 n. Chr.) zitiert Historiker, "nach denen Bewohner einer atlantischen Insel die Erinnerung an ihre fernen Vorfahren bewahrten und an eine viel größere Insel, die sich einst dort befand und die wahrhaft wundervoll war." (diese Insel könnte eine der kanarischen Inseln gewesen sein; s. u.). ägyptische Schriften erzählen von einer Invasion "durch Leute vom Meer", die "vom Ende der Welt" kamen (was nach ägyptischen Weltbild Thera oder Troia eigentlich nicht gewesen sein können, da die jeweiligen Untergänge in Zeiten stattgefunden haben, in denen Ägypten schon eine rege Außenpolitik betrieb und daher einen gewissen Überblick über die verschiedenen Reiche besaß). Thukydides (460 - 400 v. Chr. - bemerkenswerterweise weit vor Platons Zeit) schreibt über ein Erdbeben: "... Das Meer zog sich bei Orobiai zurück, stieg in einer gewaltigen Flutwelle empor und begrub einen Teil der Stadt unter sich... Eine ähnliche Überschwemmung ereignete sich in der Umgebung von Atalante...". Diodoros Siculus (1. Jh. v. Chr.) berichtet von einem Volk namens Atlantioi: "... Ihr Königreich wurde unter den Söhnen des Uranus aufgeteilt, von denen Atlas und Kronos die berühmtesten waren. Draußen im Meer vor Lybien (=Nordafrika) lag eine Insel von beachtlicher Größe, und da sie sich im Ozean befand, war sie von Lybien eine lange Seereise gen Westen entfernt. Ihr Land war fruchtbar, zum einen Teil gebirgig, zum anderen eine Ebene von außerordentlicher Schönheit; sie war durchzogen von schiffbaren Bewässerungskanälen... Das Klima war so milde, daß es einen Überfluß an allerlei Früchten hervorbringt,... als wäre die Insel eine Wohnstatt der Götter...". Das letzte Zitat weist erneut die Problematik der Vermischung von Mythos und (vermeintlicher) Historie auf, da eben auch Kronos in der griechischen Sagenwelt als Titan auftritt, hier aber als Mitherrscher der atlantischen Insel dargestellt wird. Aufgrund solcher Überschneidungen haben einige Atlantisforscher angenommen, daß bei Teilen der griechischen Mythen der Ursprung in der Geschichte von Atlantis zu finden sei. So könnte man den Mythos, in dem sich Zeus mit den anderen olympischen Göttern gegen seinen Vater Kronos und die anderen Titanen auflehnt, sie besiegt und in den Tartaros ('Unter-Unterwelt') verbannt, deuten als die Auflehnung einer atlantischen Kolonie gegen das Mutterland und dem zufällig gleichzeitigen Versinken der Insel. Diese Kolonie könnte man in Platons Text dann gleichgesetzt mit Athen finden, so daß das Problem der Existenz 'Athens' vor über 10.000 Jahren auch eine akzeptable Lösung gefunden hätte.

Nördlich des Mittelmeerraums werden Hinweise auf diese Insel im Atlantik verständlicherweise selten; die Schrift wurde hier schließlich erst um die Zeitenwende eingeführt. Doch auch in den westlicheren, an den Atlantik angrenzenden Ländern findet man in Mythen und Sagen das Element der gesegneten Insel, die Namen erhalten hat wie Avalon oder Walhalla. Beide sind Inseln von göttlicher Natur und Wohnstätte der Toten, im religiösen Stellenwert also zu vergleichen mit dem christlichen Paradies. Dieses hat seinen realen Ursprung im östlich von Israel gelegenen Zweistromland gehabt. Von einer Insel im Westen der europäischen Küsten, dem 'Paradies' der archaischen Religionen, könnte man einen ebenso hohen Realitätsbezug annehmen.

Die Kelten Frankreichs sprachen von einer goldenen Stadt, die im Meer versank und ein Mythos macht die Basken zu Nachkommen der versunkenen Insel Atlaintika.

Aber nicht nur im Osten des Atlantiks gibt es zahlreiche Hinweise auf die versunkene Insel, sondern auch im Westen kann man, trotz der großen Vernichtung indianischer Kulturgüter im 16. Jahrhundert, insbesondere deren Niederschriften, noch einige Hinweise dieser Art finden, die sich folglich nicht von Platons ägyptischen Quellen herleiten. So berichten Schreiber aus der Zeit der Entdeckung Amerikas, daß die spanischen Eroberer von den Azteken erfuhren, daß diese glaubten, ursprünglich von Aztlán zu stammen, einer Insel im östlichen Ozean, also dem Atlantik, die von einer Flut verschlungen wurde. Im Norden Südamerikas und in Mittelamerika stößt man vielfach auf Ortsnamen, die mit dem Wort 'Atlantis' eine starke linguistische Verwandtschaft aufweisen: 'Tlapallan', 'Azatlán', 'Aztlán' und 'Atlan'. Auch in Nordamerika gab es bei mehreren Stämmen alte Überlieferungen von einer Insel im Atlantik, von der ihre Ahnen gekommen seien. Bei den Azteken, Tolteken, Mayas, Chibchas und Inkas gab es zudem noch Legenden von weißhäutigen Göttern, die aus dem Osten gekommen sein sollen und ihnen die Zivilisation gebracht hätten.

Mitten im Atlantik konnte man die wohl naivsten und deshalb sehr überzeugenden Hinweise finden: Im 14. Jahrhundert wurden die Kanaren von den Spaniern entdeckt und die Bevölkerung bald darauf im Zuge der Eroberung und durch eingeschleppte Krankheiten ausgerottet. Einige bezeichnende Informationen blieben trotz des mangelden Interesses der Eroberer für die Urbevölkerung erhalten: Die Bewohner waren am Anfang überrascht, daß es noch andere lebende Menschen gab. Sie dachten, die restliche Menschheit wäre bei einer verheerenden Flutkatastrophe in ferner Vergangenheit umgekommen. Ihre jetzige Heimat seien die Berge, die damals nicht in den Wassern versunken waren. Die Guanchen, wie sie sich selber nannten, hatten eine Wahlmonarchie mit zehn Königen (wie in Atlantis), hatten einen Sonnenkult, mumifizierten ihre Toten, kannten Kanalbewässerungsanlagen und stellten Tongefäße und Steinlampen, ähnlich derjenigen indianischer Bauart, her. Interessanterweise besaßen sie Steininschriften, die sie nicht mehr entziffern konnten, und sie besaßen keine Boote, da sie sich vor dem Meer fürchteten, welches ja ihre alte Heimat fast völlig verschlungen hatte. Auch führten sie ihren Krieg nur mit Holz- und Steinwaffen, aber mit einer so guten Organisation, daß die Spanier verblüfft waren über den Gegensatz des Standes ihrer Waffentechnik gegenüber dem ihres Organisationstalents. Diese gegensätzliche Mischung von Zivilisation und steinzeitlicher Primitivität deutet auf einen starken Rückfall von einer höheren Kulturstufe, deren Reste sich aber noch erhalten haben. Sie sollen hellhäutig, häufig blond, großgewachsen und ihrem Typus nach dem Cro-Magnon-Menschen ähnlich gewesen sein. Dieser Menschentyp tauchte seit ca. 35.000 v. Chr. im Westen Europas auf und besaß eine sehr viel höhere Kultur- und Entwicklungsstufe als ihre Zeitgenossen (z. B. Neandertaler). Die Frage nach der Herkunft des Cro-Magnon-Menschen gilt immer noch als eine der interessantesten Probleme der Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Selbst das recht angesehene (aber auch konservative) geschichtliche Standardwerk, die 'Propyläen Weltgeschichte' muß dazu sagen: "Unvermittelt trat nämlich zu Beginn des Würm-I-II-Interstadials (d. h. die Zeit zwischen den Eiszeiten vor ca. 40.000 bis 35.000 Jahren) in Europa eine neue Menschenrasse auf, der homo sapiens diluvialis, der Träger der jungsteinzeitlichen Klingenkulturen. Er erscheint plötzlich in starker Population... Es mutet uns an, als sei der neue Mensch aus dem Nicht hervorgetreten." (Band I, S. 195). Vermutet wird dann weiter, daß diese Menschen irgendwie aus dem Nordosten Europas oder dem nördlichen Asien stammen (denn aus dem Westen könnten sie ja nicht gekommen sein). Aber Hinweise auf solche Vermutungen gibt es keine. Mehr als 20.000 Jahre der menschlichen Entwicklungsgeschichte scheinen zu fehlen. Ein paar Jahre nach der Entdeckung der Kanaren fand man auch auf den Azoren viele Statuen und Bauten, deren ehemalige Erbauer und Bewohner aber schon seit längerer Zeit ausgestorben waren.

(Weiter geht es mit dem zweiten Teil)

Anmerkungen[]

  1. Dieser Name bezeichnet die Säulen, die nach griechischer Mythologie den Himmel tragen, am Rande der den Griechen bekannten Welt. Die längste Zeit bezeichneten sie damit die Meerenge von Gibraltar. In der griechschen Frühzeit hätten, aufgrund des noch kleineren Weltbildes, die Ausfahrt der Ägäis oder die Dardanellen diesen Namen zuvor getragen (auf diese Behauptungen beziehen sich die zwei anderen Atlantis-Theorien, die später noch Erwähnung finden). Zur Zeit der Übersetzung dieses Textes (590 v. Chr.) jedoch hatten die Griechen schon Stadtkolonien bis weit ins westliche Mittelmeer errichtet und pflegten seit über 100 Jahren Handel mit Tartessos in Spanien, so daß es sich in Abhängigkeit des damals aktuellen Weltbildes hier eigentlich um Gibraltar handeln müßte.
  2. Atlas ist wie auch Kronos, der später noch erwähnt wird, eigentlich ein Titan der griechischen Sagenwelt. Es wird später noch behandelt, wie diese Verbindung/Überschneidung zustande gekommen sein könnte.
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